KI-Sichtbarkeit
Was bedeuten GEO, AEO und AIO?
GEO, AEO und AIO stehen für dieselbe Frage: Kommt Ihr Betrieb in einer KI-Antwort vor? Kaufen lässt sich das nicht, messen schon. Was das heißt.
5 Min. Lesezeit
Yannic Steinhauer, webdrei.studio
Kurz gesagt: GEO, AEO und AIO sind drei Abkürzungen für dieselbe Frage, nämlich ob ein Betrieb in einer maschinell erzeugten Antwort vorkommt statt nur in einer Trefferliste. Google selbst schreibt in seinem Leitfaden (Stand 10.07.2026), dass es dafür keine zusätzlichen Anforderungen und keine Sonderoptimierung gibt und die bekannten Grundlagen weiter gelten. Kaufen lässt sich eine Nennung deshalb nicht, messen lässt sich dagegen beides: ob sie stattfindet und ob die technischen Voraussetzungen dafür überhaupt vorliegen.
Was heißt GEO?
GEO steht für Generative Engine Optimization, also Arbeit daran, dass ein Betrieb in den Antworten generativer Systeme wie ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Claude auftaucht. Der Unterschied zur klassischen Suchmaschinenarbeit ist die Form des Ergebnisses: Statt zehn blauer Links entsteht ein Text, in dem einige wenige Namen vorkommen. Wer nicht darin genannt wird, existiert für diesen Nutzer in diesem Moment nicht.
Praktisch heißt GEO: eindeutige, überprüfbare Angaben über den Betrieb an genügend Stellen, damit ein System ihn sicher zuordnen kann. Name, Adresse, Rufnummer, Leistungen und Einzugsgebiet müssen auf Website, Unternehmensprofil und in Verzeichnissen zusammenpassen.
Was heißt AEO?
AEO steht für Answer Engine Optimization. Gemeint ist der engere Fall: Ein Nutzer stellt eine konkrete Frage und bekommt eine konkrete Antwort, ohne eine Seite zu öffnen. „Was kostet eine Wallbox-Installation?“ oder „Brauche ich für eine Wärmepumpe im Altbau eine Fußbodenheizung?“
Für einen Betrieb bedeutet das: Die Fragen, die Ihre Kunden im ersten Gespräch stellen, sollten auf der eigenen Website als Frage stehen und dort sachlich beantwortet sein, mit Zahlen und Bedingungen. Eine Werbeformulierung („Wir beraten Sie gern rund um Ihre Wallbox“) lässt sich nicht als Antwort verwenden. Ein Satz mit einer konkreten Angabe schon.
Was sind KI-Übersichten (AIO)?
AIO meint die generativen Zusammenfassungen, die Google über den klassischen Suchergebnissen einblendet, im englischen Original „AI Overviews“. Google beschreibt dazu ein Verfahren, bei dem zu einer Suche mehrere verwandte Suchen im Hintergrund ausgelöst werden und die Antwort aus mehreren Quellen zusammengesetzt wird. Dabei werden mehr und andere Seiten verlinkt als in einer normalen Trefferliste.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Google schreibt ausdrücklich, dass es keine gesonderten Anforderungen gibt, um in KI-Übersichten zu erscheinen, und dass die bekannten Grundlagen der Suchmaschinenarbeit weiter gelten. Eine Seite muss die technischen Anforderungen erfüllen und indexiert sein, mehr ist als Eintrittskarte nicht vorgesehen.
Was steckt technisch dahinter?
Vor allem Zugang. Jedes dieser Systeme schickt eigene Programme auf Ihre Website, und Sie steuern über die Datei robots.txt, welche davon lesen dürfen:
OpenAI dokumentiert vier davon. Der wichtigste für die Sichtbarkeit ist OAI-SearchBot, der Seiten für die Suchfunktion in ChatGPT erfasst. GPTBot sammelt Inhalte für das Training der Modelle, ChatGPT-User ruft Seiten ab, wenn ein Nutzer das im Gespräch anstößt, OAI-AdsBot prüft Zielseiten von Anzeigen. Sie können diese Programme einzeln erlauben oder sperren. OpenAI hält ausdrücklich fest, dass Seiten, die OAI-SearchBot aussperren, in den Suchantworten von ChatGPT nicht gezeigt werden.
Perplexity dokumentiert zwei. PerplexityBot baut den Suchindex auf und ist die Voraussetzung dafür, dass eine Seite als Quelle verlinkt wird. Perplexity-User ruft Seiten während einer laufenden Nutzeranfrage ab und hält sich laut Dokumentation nicht an robots.txt, weil der Abruf vom Nutzer ausgelöst wird.
Der häufigste Befund in der Praxis ist deshalb banal: Die Website ist gut, aber die robots.txt sperrt die relevanten Programme aus, oft ohne dass es jemand entschieden hätte.
Ein zweiter Punkt betrifft die maschinenlesbare Zusammenfassung, die unter dem Dateinamen llms.txt diskutiert wird. Hier lohnt eine ehrliche Einordnung: Google schreibt in seinem Leitfaden, dass für die Google-Suche keine neuen maschinenlesbaren Dateien nötig sind, ebenso wenig wie eine besondere Schreibweise für KI oder das Zerlegen von Texten in kleine Blöcke. Eine solche Datei ist also kein Google-Kriterium. Sie ist eine günstige, klar strukturierte Selbstauskunft, die andere Systeme lesen können, mehr aber auch nicht.
Was davon lässt sich messen?
Zwei Dinge, getrennt voneinander.
Nennung. Unser KI-Check entwirft fünf Käuferfragen aus dem Profil des Betriebs und stellt sie vier Modellen, ChatGPT, Gemini, Perplexity und Claude. Aus bis zu 20 Antworten entsteht ein Wert dafür, wie oft der Betrieb empfohlen, nur erwähnt oder gar nicht genannt wird. Ist für ein Modell kein Zugang vorhanden, steht dort „nicht geprüft“, nie ein geschätzter Wert.
Bereitschaft. Getrennt davon prüfen wir fünf gleich gewichtete Bausteine: Zugang (indexierbar, KI-Programme nicht ausgesperrt, Antwortzeit), Inhalt (Titel, Beschreibung, eine Überschrift, mehrere lesbare Seiten), Struktur (für Telefone gebaut, Alternativtexte, direkt erreichbarer Kontaktweg), strukturierte Daten und Maschinenfassung.
Beide Werte sind Momentaufnahmen. Modellantworten schwanken zwischen Abfragen, das ist die Sachlage und kein Messfehler. Aussagekraft entsteht erst über mehrere Monate hinweg.
Was sich nicht kaufen lässt
Eine Platzierung in KI-Antworten. Es gibt keine Anzeigenfläche in einer Empfehlung von ChatGPT und keinen Vertrag, der eine Nennung zusagt. Google benennt in seinem Leitfaden mehrere gängige Annahmen aus der GEO- und AEO-Diskussion ausdrücklich als falsch, darunter auch das Bemühen um unechte Erwähnungen. Wenn Ihnen jemand „Platz 1 in ChatGPT“ verkauft, verkauft er etwas, worüber er nicht verfügt.
Was das für Ihren Betrieb heißt
Fangen Sie beim Zugang an, das ist der billigste Teil. Prüfen Sie, ob Ihre robots.txt OAI-SearchBot und PerplexityBot erlaubt, und ob Ihre Seiten überhaupt indexierbar sind. Sorgen Sie danach dafür, dass Name, Adresse, Rufnummer und Leistungen auf Website und Unternehmensprofil wortgleich sind. Schreiben Sie dann die fünf Fragen auf, die Ihre Kunden im Erstgespräch immer stellen, und beantworten Sie sie auf der Website mit konkreten Angaben statt mit Werbesätzen.
Wenn Sie wissen wollen, wo Sie heute stehen: Der KI-Check auf /check ist kostenlos, braucht keinen Kontozugang und zeigt beide Werte, Nennung und Bereitschaft, mit der jeweils offengelegten Rechnung dahinter.
Häufige Fragen
Was bedeuten GEO, AEO und AIO?
GEO steht für Generative Engine Optimization, also die Arbeit daran, dass ein Betrieb in Antworten von Systemen wie ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Claude auftaucht. AEO steht für Answer Engine Optimization und meint den engeren Fall, dass eine konkrete Frage direkt beantwortet wird. AIO meint die generativen Zusammenfassungen über den Google-Suchergebnissen, im englischen Original „AI Overviews“.
Was ist der Unterschied zwischen GEO und klassischer Suchmaschinenoptimierung?
Die Form des Ergebnisses. Statt zehn blauer Links entsteht ein Text, in dem nur wenige Namen vorkommen. Google schreibt in seinem Leitfaden (Stand 10.07.2026) allerdings ausdrücklich, dass es für die KI-Funktionen der Suche keine zusätzlichen Anforderungen gibt und die bekannten Grundlagen weiter gelten.
Kann man sich eine Nennung in ChatGPT kaufen?
Nein. Es gibt keine Anzeigenfläche in einer Empfehlung und keinen Vertrag, der eine Nennung zusagt. Google benennt in seinem Leitfaden mehrere gängige Annahmen aus der GEO- und AEO-Diskussion ausdrücklich als falsch, darunter das Bemühen um unechte Erwähnungen.
Was muss ich technisch tun, damit KI-Systeme meine Website lesen dürfen?
Die robots.txt entscheidet darüber. Für die Suchfunktion in ChatGPT ist OAI-SearchBot maßgeblich, bei Perplexity der PerplexityBot. OpenAI hält fest, dass Seiten, die OAI-SearchBot aussperren, in den Suchantworten von ChatGPT nicht gezeigt werden. Der häufigste Befund in der Praxis ist eine robots.txt, die diese Programme sperrt, ohne dass es jemand entschieden hätte.
Braucht meine Website eine llms.txt?
Für die Google-Suche nicht. Google schreibt in seinem Leitfaden, dass keine neuen maschinenlesbaren Dateien nötig sind. Eine llms.txt ist eine günstige, klar strukturierte Selbstauskunft, die andere Systeme lesen können, aber kein Google-Kriterium.
Quellen
Google Search Central, Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen in der Google-Suche, developers.google.com, Stand 10.07.2026 · OpenAI, Dokumentation zu den eigenen Crawlern (OAI-SearchBot, GPTBot, ChatGPT-User, OAI-AdsBot), developers.openai.com, abgerufen 06.09.2026 · Perplexity, Dokumentation „Perplexity Crawlers\" (PerplexityBot, Perplexity-User), docs.perplexity.ai, abgerufen 06.09.2026 · webdrei.studio, Prüfumfang des KI-Checks, Stand 06.09.2026
Quellen
Google Search Central, Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen in der Google-Suche, developers.google.com, Stand 10.07.2026 · OpenAI, Dokumentation zu den eigenen Crawlern (OAI-SearchBot, GPTBot, ChatGPT-User, OAI-AdsBot), developers.openai.com, abgerufen 06.09.2026 · Perplexity, Dokumentation „Perplexity Crawlers\" (PerplexityBot, Perplexity-User), docs.perplexity.ai, abgerufen 06.09.2026 · webdrei.studio, Prüfumfang des KI-Checks, Stand 06.09.2026
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1,2 Prozent der Betriebe werden von ChatGPT empfohlen. Wer nicht auffindbar und belegt ist, taucht in KI-Antworten nicht auf.
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Handwerk-Klickpreise liegen bei 0,40 bis 1,20 Euro, Agenturbetreuung meist bei 300 bis 1.000 Euro im Monat plus Budget.
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Konsistente Firma-, Orts- und Leistungsdaten sind Voraussetzung dafür, dass KI-Systeme einen Betrieb als eindeutige Quelle erkennen.
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